Timotheus-Hannover

Herzlich willkommen auf den Seiten der Timotheus-Gemeinde Hannover! Hier finden Sie Informationen zu Gottesdiensten und Gruppen, zur KiTa und der Stiftung der Gemeinde.

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Reformationstag sollte zusammenführen

Den neuen, freien Reformationstag in Niedersachsen sinnvoll zu gestalten sei eine Herausforderung für alle Bürgerinnen und Bürger bilanzierte Moderator Rolf Bade ein Podiumsgespräch mit dem früheren Umweltminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten Stefan Wenzel und der Direktorin des Landesmusems Professorin Dr. Katja Lembke. Beide diskutierten bei der Langen Nacht der Kirchen – in diesem Jahr unter dem Motto „FreiRäume“ – am Freitag, 7. September in der Timotheuskirche über Feiertage allgemein und den Reformationstag im Besonderen. Einen interreligiösen Feiertag lehnten beide ab.

 

Die TimotheusStiftung hatte zur Feiertagsdebatte eingeladen und rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer waren gekommen. Feiertage seien eine „Zeit des Nachdenkens und Besinnens“, so Wenzel und „das tut uns gut“. Für Lembke ist das Nichtstun am Feiertag „eine Chance, sich kreativ weiterzuentwickeln“. Im Islam und Judentum werden Feiertage intensiver und in der Regel mit einem gemeinsamen Essen im Familienkreis gefeiert, stellte die Archäologin weiter fest, die jahrelang im Nahen Osten gelebt hat. Für sie persönlich sei es ein kleiner Feiertag, wenn sie ihre Kinder versammeln und treffen könne.

 

Wenzels Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ hat nach seinen Worten sehr unterschiedliche Wurzeln: Unter anderem Feminismus, Ökobewegung, Europafreunde, Christentum. Daher habe seine Fraktion im Landtag einen weltlichen Feiertag ins Gespräch gebracht. Für Lembke ist die jetzige Entscheidung richtig, weil die Reformation Niedersachsen massiv geprägt habe. Beide bedauerten, dass die Debatte um den Reformationstag die Religionsgemeinschaften stärker auseinandergebracht habe. Nach der Mehrheitsentscheidung im Landtag werde sich aber seine Partei an dem Tag in Politik und Gemeinden einbringen, so Wenzel. Er wünsche sich, dass unter anderem die Kinder in der Schule viel über die eigene Religion und über andere Religionen lernen und so erkennen können, wenn Religion von der Politik mißbraucht werde. Er hoffe, dass die Religionsgemeinschaften an dem „nicht leichten Tag“ „Anknüpfungen finden mit anderen“. Lembke meinte, der Reformationstag sei nie als Martin-Luther-Gedenktag gedacht gewesen. Man sollte an dem Feiertag darüber nachdenken, was man generell in der Gesellschaft reformieren muss und hofft, dass die gesellschaftliche Spaltung in Deutschland überwunden wird.

 

Gerahmt wurde die Diskussion von Pantomime-Auftritten von Kirsten Bischofsberger zum Thema „Zeit“. Im zweiten Teil des Abends traten die Hannover Harmonists in einem Kurzkonzert auf. Ihr A-Capella-Gesang mit geistlichen und Pop-Stücken ließ die 100 Zuhörerinnen und Zuhörer lange applaudieren und eine Zugabe einfordern. Zu Beginn und Ende der Langen Nacht in der Timotheuskirche hielt Ortspastor Werner Hennies Andachten zum Thema „Zeit“.



Bild: Gunnar Schulz-Achelis

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Sommerfest mit Baumpflanzung

"Wachsen wie ein Baum" war das Motto des Sommerfestes der evangelischen Timotheusgemeinde am Sonntag, 10. Juni, auf dem Kärntner Platz. Im Rahmen des Familiengottesdienstes zum Auftakt pflanzten Mitglieder der Timotheus-Stiftung einen Apfelbaum und Gemeindeglieder - und vor allem viele Kinder - beteiligten sich daran, indem sie Erde in das Pflanzloch schütteten und kräftig gossen – trotz Regen. Nach dem Gottesdienst gab es Sport und Spiele, Musik und Essen auf dem Platz vor der Kirche in Waldhausen und insgesamt fast 400 Menschen feierten mit der Gemeinde ein buntes Fest.

Der Familiengottesdienst startete zunächst am eigens aufgebauten Zirkuszelt um 11 Uhr. Das Familiengottesdienstteam zeigte in einem Anspiel, dass Geschenke von Menschen oft mit Bedingungen verknüpft sind – etwa das Fahrrad zum Geburtstag muss das Kind künftig jede Woche putzen. Das Kind erfährt: Gott wohnt im Apfelbaum und schenkt seinen Apfel ohne Bedingungen – und die staunende Gemeinde sah tatsächlich dem Kind vom Baum einen Apfel in den Schoß fallen. Dann musste die Gemeinde zunächst wegen Regen in die Kirche umziehen und erfuhr in der Predigt von Pastor Werner Hennies, dass man von Gott etwas ohne Bedingungen bekommt, zunächst das Leben und später als Säugling vielleicht die Taufe. Und auch der Glaube sei ein Geschenk, der wachsen kann wie ein Baum. Und so wurde der Gravensteiner Apfelbaum dann handfest hinter Kirche gepflanzt in Erinnerung an den Gottesdienst. Und wenn die Äpfel dieses Baumes reif sein, dürfe sich jeder einen pflücken, versprach der Geistliche.

Dr. Sven Menke vom Vorstand der Timotheus-Stiftung, die den Baum spendiert hatte, hatte zuvor an das Martin Luther zugeschriebene Wort erinnert: Wenn die Welt morgen unterginge, würde ich noch heute einen Apfelbaum pflanzen.

Bald hörte der Regen auf und die 140 Gottesdienstteilnehmer konnten Kartoffelpuffer, Bratwürste oder selbstgemachte Kuchen geniessen. Der Kindergarten der Gemeinde hatte Bastelangebote für die Kleinen vorbereitet. Größere Kinder konnten sich im Soccerfeld Fußball spielen oder Murmeln durch größere, kunstvolle Holztürme purzeln lassen. Livemusik machte die Gruppe "Acoustic Generation".

Die Stiftung hatte einen Tischkicker für die Jugend der Gemeinde finanziert, der bei dem Sommerfest mit einem Turnier eingeschossen wurde. 9 Mannschaften traten gegeneinander an und zur eigenen Überraschung siegte zuletzt die Kirchenvorstand-Stiftungs-Mannschaft bestehend aus Hennies und Menke. 

Außerdem traten Senioren und Kindergartenkinder gemeinsam in der Kirche mit ihren „Veeh-Harfen“ auf und begeisterten ihren Zuhörer. Die Instrumente – eines hatte auch die Stiftung bezahlt – sind mittels Notenschablonen einfach zu spielen. Im Rahmen des Projekts "Unter 7 über 70" treffen sich Senioren des Pflegheimes Dr. Körber und Kinder des Kindergartens der Gemeinde zu wöchentlichen Musikstunden,  singen gemeinsam und machen Musik. Das kleine Konzert leitete Anke Trütken, die im Kindergarten mit Musik aktiv ist und zugleich im Kuratorium der Timotheus-Stiftung mitarbeitet. 

Das Fest fand seinen Abschluss in einer Freiluft-Andacht am Zelt mit Pastor Ortfried Krüger über das Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“, in dem es auch um einen Baum geht. Die Gemeinde, die in der Natur saß, ließ er alle 15 Strophen des Liedes singen.

Bild: Gunnar Schulz-Achelis